DIE NORDELBISCHE, 30.9.2007

AUSSTELLUNG ZUR ARCHE NOAH
Bilder und Skulpturen zur Sintfluterzählung sind in der Kirche und im Gemeindehaus St. Johannes zu besichtigen

Gemeinsam in einem Boot

Von Erhard Trusch
GLINDE- „Willkommen an Bord", so begrüßte Pastor Thomas Deter die Gäste zur Nacht der offenen Kirche in Glinde. Die Kirchengemeinde St. Johannes hatte eingeladen: Die Besucher erwartete eine Ausstellung zum Thema Arche.
Zusammen mit unseren Freunden von der Künstlergilde Kreis Pinneberg haben wir Kirche und das Gemeindehaus umgestaltet, so dass Sie die Geschichte der Arche miterleben können." Deter lud alle Besucher ein, die „Bilder der Arche" in vier Stationen zu durchlaufen, für die jeweils Raum eingerichtet worden war.
Gezeigt werden Bilder und Skulpturen, welche die Künstler für diesen Anlass geschaffen haben. Darüber hinaus stellen zwei weitere Künstlerinnen, die nicht zur Künstlergilde Kreis Pinneberg gehören, ebenfalls ihreWerke aus.
Den Anfang der Ausstellung macht der „Tanz auf dem Vulkan" im Erdgeschoss des Gemeindehauses, gefolgt von den beiden Stationen „Alte Pfade verlassen" sowie „Zwischen Hoffen und Bangen", beide im Obergeschoss des Hauses. Die erlösende Endstation ist der Kirchenraum: „Wir kriegen wieder Boden unter die Füße - ein Neuanfang ist möglich."
Die Laudatio zur Vernissage hielt Kirsten Milke, Vorstandsmitglied vom Kunstverein Glinde, mit einem leidenschaftlichen Appell: „Wir befinden uns hier gemeinsam auf einem Schiff , wir zusammen in der Arche. Diese Arche hat eine Geschichte, eine neue, etwas andere Geschichte als die uns die Bibel erzählt." Kirsten Milke kam damit auf unsere Gegenwart, auf unsere Spaßgesellschaft und den Klimawandel sowie die Stimmen der Mahner zu sprechen. „Spaß um jeden Preis! Nur nicht nachdenken müssen über Frust, Kümmernisse, Not und Leid." Das schade der Illusion. „Wir tanzen auf dem Vulkan. Obwohl wir es besser wissen müssten und es auch besser wissen. Aber egal - nach mir die Sintflut!"
Aber: „Wir habenVerantwortung, für uns, für unsere Nachkommen, für unsere Gesellschaft, für unsere Erde." Daher die Forderung, endlich den alten Trott zu verlassen und neue Wege zu ge­hen. Dann würden wir es erleben, dass die klimatische Talfahrt schließlich zu einem Stillstand kommt. „Wir fühlen uns, als kä­men wir herunter vom bedrohlichen Vulkan und bekommen wieder festen Boden unter unsere Füße. Unsere gemeinsame Arche entlässt uns unter einem Regenbogen in die veränderte Umwelt", hofft die Laudatorin.
Seit fast einem Jahr haben zehn Mitglieder der Künstlergilde zum Thema Arche und seinen Unterthemen ihre Werke erarbeitet. Entsprechend diesen Unterthemen sind die Arbeiten in vier separaten Themenräumen zusammengeführt worden. Auf diese Weise kommunizieren sie jedes für sich und doch auch zusammen im bildnerischen Chor miteinander und mit dem Betrachter zu dem jeweiligenThema.